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Spore - Das Universum in der Hand |
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Berichte -
Testberichte
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Geschrieben von: Emanuel Frei
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Donnerstag, 18. September 2008 20:33 |
Mit SimCity und Die Sims ist Will Wright für zwei der erfolgreichsten Spieleserien verantwortlich. Nachdem man sich bei SimCity um Städte kümmern durfte und bei Die Sims ein ganzes Leben führt, ist es bei Spore gar möglich, ein ganzes Universum zu kontrollieren. Wir haben das neue Werk getestet und möchten es Ihnen folgend vorstellen.

Erschaffe - Schöpfe - Erforsche - Teile Die sind die vier grundlegenden Aufgaben in Spore. Das Spiel startet in einer riesigen Pfütze, der Ursuppe. Als kleine Zelle schwimmt man in Vogelperspektive umher auf der Suche nach Nahrung, entsprechend ob man sich nun für einen Fleisch- oder Pflanzenfresser entschieden hat. Das Ziel: fressen oder gefressen werden. Klingt simpel, ist es auch. Nach und nach wächst die kleine Zelle, die man als Spieler, oder eben "Gott", beliebig verändern kann. Hierfür müssen genügend DNA-Teile gesammelt werden und eine neue Generation gezeugt werden. Ein Partner findet man relativ zügig, so dass es schnell mit einer verbesserten Generation weiter gehen kann. Diese Zellenphase wird mit einer gewissen Grösse abgeschlossen was den Übertritt in die Kreaturenphase bedeutet.
In dieser Phase geht die Kreatur an Land und baut sich ein Nest. Neue Körperteile wie Beine, Füsse, Arme, Hände und Waffen sind nun nötig, um gegen andere Kreaturen zu bestehen. Mit diesen kann man sich wahlweise anfreunden oder dagegen kämpfen und diese Spezies vernichten. In beiden Fällen geht es wieder darum, DNA und neue Sequenzen zu sammlen, um die eigenen Kreatur und deren Fähigkeiten zu verbessern und weiterhin in Hülle und Fülle den eigenen Vorstellungen zu verändern. Hier eröffnet das Spiel seine Rollenspieleigenschaften. Leider verschwinden diese ziemlich schnell, sobald man nach einer gewissen Menge an gesammelter DNA in die Stammesphase übertritt.
Die Stammesphase spielt sich wie ein gewöhnliches Strategiespiel. Es gilt eine Basis, in Spore das Stammesdorf, zu verteidigen und andere Stämme, die sich gebildet haben, zu erorbern oder sich damit anzufreunden. Ebenso sollte darauf geachtet werden, stets genügend Futter auf Reserve zu haben, um Nachwuchs zeugen zu können. Leider scheint es ab der Stammesphase keine grosse Rolle mehr zu spielen, welche Fähigkeiten ich meiner Kreatur in der Zell- und Kreaturphase angeeignet habe. Durch einzelne Erfolge des Stammes, wird dieser nach und nach grösser. Von anderen Stämmen können durch Eroberungen oder Zusammenschlüssen wichtige Werkzeuge gewonnen werden. Auch lässt sich hier erstmals seinen Kreaturen so etwas wie Kleidung anziehen.
Die vierte Phase, die Zivilisationsphase, erweitert die Stammesphase, wie der Name schon verrät, um einem Hauch Zivilisation. Es gilt Städte zu bauen, feindliche zu erobern oder sich mit diesen anfreuden. Grundlegend ist diese Phase sehr ähnlich wie die Stammesphase. Neue Technologien, die man nach und nach für sich gewinnt, sind entscheidend, um voran zu kommen.
Die Weltraumphase wäre die abschliessende Phase. Mit modernster Raumschifftechnologie soll der Spieler in den Weiten des Alls erkunden, Freunde finden und Kolonien pflegen oder aber auch Planeten bewohnbar machen und vieles mehr. Natürlich darf auch hier eine mögliche Aufgabe nicht fehlen: andere Planeten erobern.

Steuerung - oder die Hand Gottes Das komplette Gameplay und die Steuerung sind in jeder Phase unterschiedlich was eine nette Abwechslung ins Spiel bringt. Da die Steuerung sehr einfach gehalten ist, lernt man diese trotz den Umstellungen ziemlich schnell. Über das Head-Up-Display kann quasi das ganze Spiel über nur mit der Maus gespielt werden. Geübte Spieler wenden natürlich noch die passenden Tastenkürzel und Hot-Buttons mittels Tastatur an.
Kreativität fördern, Kreaturen schaffen Der Creature Creator ist das eigentliche Highlight von Spore. Primär ist er dazu da, der eigenen Kreatur ein einmaliges Aussehen zu verpassen. Bereits vorab konnte man sich eine eigenständige Version des Kreaturenlabors herunterladen, ausprobieren und alle möglichen und unmöglichen Kreaturen hervorzaubern und online stellen. Selten war die Gestaltung der Spielfigur so frei und so vielfältig. Nahezu jedes Körperteil kann man der Figur "anbauen" und entsprechen anpassen, drehen, ziehen und strecken bis alles nach eigenem Geschmack passt. Es dürfte somit bei Spore nahezu unmöglich sein, dass zwei identische Kreaturen online aufeinander treffen. In der Sporepedia können nach einer Anmeldung alle hochgeladenen Kreaturen aller Spieler nämlich in aller Ruhe betrachtet werden.
Neue Kreaturen können jeder Zeit erschaffen werden, in dem man schlicht eine neue Generation zeugt und diese dann den Wünschen anpasst.
Optik und Akustik Die Grafik von Spore ist für die heutige Zeit gut und solide aber auch nicht überwältigend. Jede Phase setzt andere Ansprüche an die Grafik. Während in der Anfangsphase besonders die Kreatur und die nahe Umgebung, sowie die Weitsicht entscheidend sind, ist dies in späteren Phasen nicht mehr wirklich von Belangen. Die Texturen sind teilweise schlicht etwas spärlich und der "Weitsicht-Nebel" ist für heutige Massstäbe relativ nahe.
Das Spiel läuft auf einem Alu-iMac mit einem 2.4 GHz Prozessor, 2 GB RAM und der ATi Radeon HD2600 PRO auf hohen Einstellungen und der nativen Bildschirmauflösung problemlos. Das Spiel benötigt ein Intel-Mac, womit auch gleich die Mindestanforderungen grob gedeckt sind. 1 GB RAM werden jedoch seitens Entwickler als Minimum angegeben. Etwas wunderlich und schade ist die mangelnde Unterstützung der Intel GMA 950 Onboard-Grafik, die doch in einer handvoll MacBook und Mac mini Einsatz findet. Wenn man an dieser Stelle die Systemanforderungen für Windows ansieht, ist klar ersichtlich, dass Spore für möglichst viele Spieler zugänglich gemacht werden wollte und deshalb auch auf älteren, schwächeren Systemen läuft, was wiederum die gemässigte Grafik erklären mag.
Die gesamte Optik von Spore enthält einen massiven Anteil an "Niedlichkeitsfaktor" und mag vielleicht gerade deshalb mit der Zeit etwas eintönig wirken. So sieht leider ein Nest aus wie das andere. Genauso verhält es sich mit Gebüschen, Bäumen oder Gebäuden.
Die Akustik passt sich der Optik an. Die Musik ist nicht weiter auffallend, aber deshalb auch in keinster Weise störend. Wird die Spielsituation bedrohlich, ändert sich auch schlagartig die Musik in nervösere Klänge. Die Laute, die die Kreaturen von sich geben und die Soundeffekte unterstehen dem selben Niedlichkeitsfaktor und passen daher hervorragend ins Gesamtbild.

Gecidert und geschützt Mit Spore schafft es seit Längerem wieder einmal ein heiss erwartetes Spiel zeitgleich mit der Windows-Version ins Händlerregal. Dies sogar wortwörtlich, denn Electronic Arts liefert das Spiel auf einer Hybrid-Disc, kann also auf dem PC oder dem Mac installiert werden. Dies ist auch Cider zu verdanken. TransGaming hat mit Cider eine Technologie entwickelt, mit der sich Windows-Spiele mit sehr geringem Aufwand und gutem Ergebnis für den Mac portieren lassen, allerdings eben nur für Intel-Macs. Schaut man in das installierte, 3.84 GB grosse Programmpaket, welches sich seltsamerweise als Universal Binary ausgibt, findet man relativ schnell erste Spuren einer Windows-Struktur. Dies soll uns jedoch nicht stören und bleibt in der Regel ja auch verborgen. Weitere "Cider-Spiele" sind zu erwarten.
Ebenfalls mit Spore eingeführt hat EA den neuen Kopierschutz SecuROM. Dieser macht eine Onlineaktivierung bei der Installation nötig, weshalb eine Internetverbindung Pflicht ist. Ein Vorteil ist, dass sich Spore ohne DVD spielen lässt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich das Spiel drei mal aktivieren und somit theoretisch auf drei PCs oder Macs installieren und nutzen lässt. Aber Achtung: ändert man die Hardware oder installiert das System neu, muss abermals aktiviert werden. Beim vierten Mal muss der EA-Support über eine Aktivierung entscheiden. SecuROM wird in den weiten des Internets bereits rege diskutiert und kritisiert. EA gab mittlerweile bekannt, die Einschränkungen von SecuROM durch Patches demnächst etwas zu lockern.
Fazit Spore verfolgt ein innovatives Spielprinzip, eine interessante Grundidee und einen gesunden Genre-Mix. Leider täuscht es an manchen Stellen Komplexität vor, die schlicht und ergreifend nicht vorhanden ist. Aus diesem Grund fällt es aber auch weniger geübten Spielern leicht, den Einstieg zu finden und das Spiel zu meistern. "Core-Gamer", also gewöhnliche Videospieler, dürften an Spore keine grosse Herausforderung finden. "Casuals" (Gelegenheitsspieler) hingegen finden in dem Titel wieder einmal ruhige Unterhaltung für zwischendurch bei der sie entspannt in ein anderes Universum tauchen und der Kreativität freien Lauf lassen können.
Spore ist seit dem 4. September ab rund CHF 80.- überall erhältlich, wo es Videospiele gibt.
Vielen Dank an Electronic Arts und die ABC Software GmbH für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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