Erstes Gebot: Software aktuell halten
Wenn in der Software, sei es im Betriebssystem oder in Programmen, eine Sicherheitslücke entdeckt und bekannt wird, wird diese mit baldigen Updates gestopft. Halten Sie daher Ihre Software aktuell. Apple löst das über die Softwareaktualisierung, welche automatisch nach Updates suchen sollte. Dritthersteller bauen in Ihren Programmen sehr oft eine eigene Updatefunktion ein, die beim Programmstart oder in gewissen Abständen nach neuen Programm-Versionen sucht. Nützlich ist auch das Widget
App Update, welches viele Programme auf ihre Aktualität prüft.
Zweites Gebot: sicher surfen
Mittlerweile könnte man davon ausgehen, dass die meisten Anwender im Umgang mit dem Internet, und vor allem mit E-Mails, sensibilisiert sind. Doch leider ist dem nicht immer so.
Zwischenfrage: "Stinkt" Ihnen der Spam, der täglich in Ihrer Inbox landet?
Uns auch, doch daran schuld sind leider nicht einmal nur die Versender von Spam, sondern auch unachtsame Computer-Nutzer. Doch mehr dazu weiter unten.
Man kann es nur immer wieder erwähnen:
-surfen Sie nicht auf dubiosen Internetseiten, mögen sie noch so viel versprechen
-laden Sie keine unbekannte Programme, mögen sie noch so viel versprechen
-löschen Sie dubiose E-Mails, mögen sie noch so viel versprechen
-öffnen Sie schon gar keine unbekannte Mail-Anhänge oder Links von unbekannten Absendern, mögen sie noch so wichtig oder interessant klingen
-prüfen Sie die Absenderadresse. Bsp.:
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-seien Sie immer misstrauisch
Wer an dieser Stelle etwas Humor mitbringt, kann sich gern einmal
diese Website anschauen.
Leider meint auch Safari zu wissen, welche Dateien im Internet sicher sind und welche nicht. Wir empfehlen, die Option '"Sichere" Dateien nach dem Laden öffnen' in den Safari-Einstellungen unter dem Reiter Allgemein zu deaktivieren.
Viren und andere Krankheitserreger
Aktuell gibt es in der freien Wildbahn keine gefährliche Viren für Mac OS X. Auch unter Windows ist die Zahl der Schadsoftware (Malware), die Dateien direkt angreift, zurückgegangen. Vielmehr liegt der Trend beim Unterjubeln von Hintertürchen, Kennwortabfragen, Keyloggern oder Ähnlichem. Befallene Computer werden gerne als "Zombies" bezeichnet. Der Programmierer der Schadsoftware hat teilweise volle Kontrolle über den Computer und kann diesen auch zum nervigen Spam-Versand missbrauchen. So bilden sich erst riesige Spam-Netze und schleudern unerwünschte Post in unsere virtuellen Postfächer.
Kurzfazit: hätte jeder einen sicheren und sauberen Computer, hätten wir heute weniger bis gar keinen Spam.
Virenscanner? Firewalls?
Windows: da sicher einige auf ihrem Mac nun auch Windows installieren, aber das Thema Sicherheitssoftware unter Windows diesen Bericht sprengen würden, möchten wir gerne an eine der vielen Windows-Seiten und Foren verweisen. Wir empfehlen, ohne ein sicheres Windows nicht online zu gehen. Oftmals passiert es, dass ein frisch installiertes Windows nach wenigen Betriebsstunden bereits verseucht ist.
Mac OS X: unter OS X werden in der Regel (noch) keinen Virenscanner oder eine Firewall eines Drittherstellers benötigt. Die integrierte Firewall können Sie gerne aktivieren, sofern Sie nicht bereits hinter einer AirPort-Station oder einem anderen Router mit Firewall-Funktion sitzen. Fakt ist, dass eine höhere Sicherheit garantiert wird, wenn Angriffe -vor- dem Computer abgewehrt werden. Wir empfehlen die Investition in eine AirPort oder gleichwertigen Router eines Drittherstellers, bevor Sie sich eine Software-Firewall zulegen.
Wer sich trotzdem sicher wiegen möchte, kann sich den kostenlosen Virenscanner
ClamXav und das Tool LittleSnitch installieren. Mit
LittleSnitch können Sie prüfen, welche Verbindungen sich Ihr Mac ins Internet aufbaut.
Minimiertes Sharing
In den Systemeinstellungen finden sich mehrere Sharing-Dienste, die bei Bedarf benötigt werden, damit der Mac mit Gleichgesinnten oder anderen Geräten kommunizieren kann. Aktivieren Sie nur die Dienste, die Sie wirklich benötigen. Jeder aktivierte Dienst bietet rein theoretisch eine Angriffsfläche.
WLAN - machen Sie dicht
Sehr wahrscheinlich haben Sie ein kabelloses Netzwerk zu Hause. Doch haben Sie es geschützt? Moderne WLAN-Router, und auch die AirPort-Stationen, bieten die Möglichkeit, das Netzwerk mit WPA2 zu verschlüsseln, wessen Standard auch die Macs, das iPhone, der iPod touch und die meisten, modernen Notebooks unterstützen. Der Sicherheitsmodus kann via AirPort-Dienstprogramm oder Web-Interface des Routers festlegt werden.
Wie immer sollte ein starkes Passwort gewählt werden!
Benutzer, nicht Administrator
Mac OS X, sowie praktisch jedes aktuelle Betriebssystem, kann unterschiedliche Accounttypen und entsprechende Rechte verwalten. Wenn Sie Ihren Mac zum ersten Mal in Betrieb nehmen, wird automatisch ein Administrator-Account erstellt. Ein Administrator hat, na wer hätte es gedacht, mehr Rechte als ein normaler Benutzer-Account. Zur Steigerung der Sicherheit, können Sie in den Systemeinstellungen unter dem Punkt Benutzer einen zweiten Account erstellen und diesem nur Standard-Rechte erteilen. Arbeiten Sie mit diesem Account, können Sie, da Sie das Passwort des Administrator-Accounts kennen, trotzdem noch alle gewohnten Aufgaben tätigen. Potenzieller Schadsoftware wird so der mögliche Wirkungskreis nochmals stark eingeschränkt.
ACHTUNG: Geben Sie bei jeder Passwortabfrage immer unbedacht das Administratorpasswort ein, verliert natürlich jede Rechteeinschränkung ihre Wirkung. Prüfen Sie zweimal, wieso ein (womöglich unbekanntes) Programm oder dessen Installation nach einem Admin-Passwort fragt!
Datenverschlüsselung
Wer extrem sensible Daten auf dem Computer hat, kann diese on-the-fly (im Betrieb) verschlüsseln. Mac OS X bietet (ab Tiger) hier bereits das integrierte FileVault, welches das Home-Verzeichnis verschlüsselt. Unter folgendem Link finden Sie eine
detaillierte Beschreibung von Apple.
Da die Nachteile teilweise nicht unbeachtlich sind, können wir Ihnen nicht konkret sagen, ob sich FileVault für Sie lohnt.
ACHTUNG: wie auch Apple schreibt, verlieren Sie alle verschlüsselten Daten, wenn Sie das Passwort vergessen!
Eine Alternative zu FileVault bietet das Open Source Programm
TrueCrypt. Es verschlüsselt ebenfalls einzelne Dateien oder auch ganze Festplatten.
Backup - die Rettung der Daten
Manchmal hilft auch alle Vorsicht nichts und Sie wünschten sich plötzlich, Sie hätten eine Sicherung. Welche Backup-Möglichkeiten es gibt, zeigen wir ebenfalls in
einem Bericht.
Wir empfehlen Ihnen auf jeden Fall ein regelmässiges Backup der Daten zu erstellen.
Fazit
Haben Sie das Programm "Brain" erfolgreich installiert? ;-)
Zugegeben, der Gag ist schon etwas älter und verbreitet und dürfte dem ein oder anderen eventuell schon bekannt gewesen sein. Nichts desto trotz spielt ein gesunder Menschenverstand bei der Sicherheit am Computer eine wichtige Rolle. Ich hoffe wir konnten Ihnen mit diesem Bericht das durchaus trockene Thema Sicherheit etwas näher bringen. Es ist jedoch auf keinen Fall nötig, nun Panik zu entwickeln. Wie anfangs erwähnt, arbeiten Sie immer noch mit einem der sichereren und selten angegriffenen Systemen. Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu diesem Bericht nehmen wir natürlich sehr gerne auf efrei (at) macweb.ch entgegen.